«Ich liebe es zu arbeiten. Ich freue mich darauf, mehr zu arbeiten», sagte einmal der Schauspieler Harrison Ford mit fast 70 Jahren in einem Interview. Ford sprach aus, was viele Schauspieler, Schriftsteller, Unternehmer, Wissenschaftler, aber auch „kleine Leute“ mit „normalen“ Berufen denken und praktizieren. Sie alle haben erkannt: Erfolg hat man nur mit einer Tätigkeit, die man gerne tut.

Spaß und Begeisterung am Beruf sind die Antriebsfedern jedes dauerhaft erfolgreichen Menschen. Berühmte Gemälde, Melodien, die Millionen begeisterten und begeistern, große technische Errungenschaften wurden von Menschen ersonnen, die von Enthusiasmus und Begeisterung getrieben wurden. Oft wussten sie schon in jungen Jahren, für was sie brannten, was sie wirklich tun wollten. Es gibt aber auch Spätzünder, die erst in fortgeschrittenem Alter ihre wahre Berufung fanden. Ingrid Noll hat erst mit über 50 Jahren ihr Talent als Krimiautorin entdeckt. Zwar hatte sie schon vorher Kurzgeschichten für Kinder geschrieben, bekannt wurde sie aber erst mit ihrem Debütroman „Der Hahn ist tot“, den sie mit 54 Jahren schrieb. Ingrid Noll sagt über sich selbst „Ich schreibe nicht mit Herzblut, sondern mit leidenschaftlichem Vergnügen“.

Aber auch im Meer der Namenlosen gibt es Männer und Frauen, die Tag für Tag ihrer Arbeit nachgehen und genau so viel Spaß dabei haben (zumindest zeitweise). Der Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht zu erforschen, unter welchen Umständen Menschen glücklich sind. Er hat den Ausdruck „Flow“ geprägt. Ein Zustand, in dem der Mensch ganz in seiner Tätigkeit aufgeht. Weil er einer Tätigkeit nachgeht, die ihn begeistert und motiviert, einer Tätigkeit, die ihn weder über- noch unterfordert. Wenn jemand so in seine Arbeit vertieft ist, dass er alles um sich herum vergisst, kein Zeitgefühl mehr hat, dann ist er im Flow. Kreativ arbeitende Menschen wie zum Beispiel Schriftsteller erleben oft einen solchen Zustand, aber auch Kinder, wenn sie spielen. Flow kann man auch in einer ganz normalen Arbeit erleben; zwar nicht dauernd, aber doch hin und wieder.

Wie viele solcher Flow-Momente hattest du schon in deiner beruflichen Tätigkeit? Wenig? Keine? Dann solltest du einmal darüber nachdenken, wie du einen solchen Zustand öfter erreichen kannst. Vielleicht ist auch ein Berufswechsel nötig. Oder du schaffst dir ein zweites Standbein, das Spaß macht und mit dem du auch noch Geld verdienen kannst. Was macht dir wirklich Spaß, was tust du gerne?

Nur was man gerne macht, macht man automatisch auch besonders gut. Damit auch du heraus findest, was du besonders gerne machst, hier ein 5-Stufen-Plan, wie du die Sache angehen kannst:

  1. Erstelle auf einem Blatt Papier eine Liste mit drei Spalten oder lege dir auf deinem Computer eine solche Excel-Liste an.
  2. Trage in die erste Spalte all die Dinge ein, die du besonders gerne tust. Denke dabei auch daran, was du als Kind gerne getan hast, in welchen Schulfächern du wirklich gut warst, über welche Themen du gerne diskutierst, vor welchen Büchern oder Zeitschriften du stehen bleibst, wenn du in die Buchhandlung gehst.
  3. Trage in die zweite Spalte ein, wie du diese Dinge verwerten kannst; entweder, in dem du sie in deine berufliche Tätigkeit einbaust oder dir anderweitig zu Nutze machst. Wenn du zum Beispiel gerne schreibst, könntest du einen Blog ins Netz stellen (das ist kinderleicht, glaube mir) und laufend mit Content füllen. Wenn du gerne mit Computern arbeitest, könntest du Computerkurse an Volkshochschulen halten oder älteren Menschen anbieten, ihnen das „Computern“ beizubringen. Wenn du gerne draußen bist, könntest du themenspezifische Führungen in deiner Stadt anbieten oder in deiner Freizeit als Bergführer arbeiten (wenn du in der Nähe von Bergen lebst). Schon viele haben durch solche Nebentätigkeiten ihre wahre Berufung gefunden, die ihnen den Lebensunterhalt sichert.
  4. Oft möchte man etwas bestimmtes tun, es fehlen einem aber die nötigen Kenntnisse und Fertigkeiten. Wenn du auch auf einem Gebiet tätig sein möchtest, für das dir noch Kenntnisse fehlen, schreibe in Spalte 3, welches Wissen du dir noch aneignen musst, was du noch brauchst, um die von dir gewünschte Tätigkeit ausüben zu können. Vielleicht kannst du dir mangelndes Wissen autodidaktisch aneignen, vielleicht musst du auch einen Kurs besuchen.
  5. Der fünfte und wichtigste Punkt lässt sich in einem Wort zusammenfassen: TUN! Tue es, fange sofort an, umzusetzen, was du in den vier vorherigen Spalten festgehalten hast.

Das Resultat deiner Bemühungen wird Begeisterung sein. Vielleicht nicht sofort, aber sie wird sich im Laufe der Zeit einstellen, sobald du tust, zu was du dich berufen fühlst. Und dann trage die Fackel der Begeisterung weiter, infiziere andere damit und du wirst eine Lawine lostreten!

Johann Wolfgang von Goethe hat dazu ein nettes Gedicht geschrieben:

Auch das ist Kunst, ist Gottes Gabe,
aus ein paar sonnenhellen Tagen,
sich so viel Licht ums Herz zu tragen,
dass, wenn der Sommer längst verweht,
das Leuchten immer noch besteht.“

Mich persönlich hat das Buch The Opus – die Vision: Wie sich deine Wünsche erfüllen von Douglas Vermeeren begeistert und inspiriert. Es erzählt die Geschichte eines kleinen Jungen, dessen schicksalhafte Begegnung mit einem berühmten Konzertviolisten einen entscheidenden Einfluss auf sein weitere Leben hat. Es ist leicht u lesen und einfühlsam geschrieben.

Wenn du gefunden hast, zu was du dich berufen fühlst, geht es darum, dich auf deine konkreten Ziele zu konzentrieren. Dazu wird es später einen weiteren Beitrag von mir geben.

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