Der Traum

Der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen. Er sucht Kontakte zu anderen (Ausnahmen bestätigen die Regel), sucht Gleichgesinnte, sucht Geborgenheit, Zuneigung und Liebe. Es gibt viele Wege zu den Herzen der Menschen. Aufmerksam zu sein und helfen, wo deine Hilfe gebraucht wird. Auch jene zu lieben, die deine Liebe eigentlich gar nicht verdienen. Hinsehen, wo andere wegsehen. Sich ehrenamtlich für andere einsetzen. Ein paar aufmunternde Worte, wo Tränen fließen. Und hin und wieder kleine Geschenke. Keine Notebooks, Reisen, Luxusuhren und dergleichen. Nein, eine Kleinigkeit nur, um dem Anderen zu zeigen: “Ich denke an dich”. “Ich mag dich” oder “ich hab dich lieb”. Manchmal reicht vielleicht sogar schon ein kleiner Stein, mit Liebe geschenkt. Davon erzählen folgende Verse. Es handelt sich dabei um den Text eines Liedes, den der deutsche Sänger und Moderator einmal aufgenommen hat.

Der Traum

Es war an einem stillen Abend, irgendwann – genau weiß ich das gar nicht mehr.
Ich hatte über vieles nachzudenken und ging deshalb zu meinem Lieblingsplatz, ein moosbewachsener Fels am See.

Hier kam ich mit mir oft ins Reine und fühlte – losgelöst von Raum und Zeit,
so auch an diesem stillen Abend – den Atem der Unendlichkeit.

Von dem Gefühl ganz eingenommen – seltsam, es muss ein Traum gewesen sein –
fand plötzlich ich an fernem Stand mich wieder und sah ein Kind, in seiner Hand ein bunter Stein.

„ Komm mit mir „, sprach das Kind, „ komm schnell, ich schenke dir ein Schloss im Meer“.
Und lächelnd stand ich auf, lief wie von Geisterhand gezogen zum Wasser hin – dem Kind hinterher.

Die Wellen schlugen an den Strand und dann – ich wollte meinem Blick kaum trauen – war statt des bunten Steins, den ich vorher sah, ein goldener Schlüssel in des Kindes Hand.

Den gab es mir und sprach: „ Das kann der Schlüssel für das Glück in deinem Leben sein.“ Da plötzlich teilten sich die Wellen und ich stand vor einem Schloss und trat mit Hilfe dieses goldenen Schlüssels ein.

Hier sah ich Gold und Silber – aufgetürmt wie kurz zuvor die Wellenberge an dem Strand. Und um mit beiden Händen schnell die Taschen mir jetzt einzufüllen, hängt ich den Schlüssel an einen Haken in der Wand.

„ Nimm von allem nur soviel du willst,“ rief eine Stimme, „ sieh dort hinten – Schmuck und Edelsteine strahlend in hellem Licht .“

Und wie besessen lief ich hin, nahm, was ich tragen konnte – doch mahnte mich die Stimme jetzt: „Vergiss aber das Beste nicht !“

Ich hab noch nicht genug genommen – so dacht ich mir – will mir die Stimme sagen. Und füllte meine Taschen weiter voll – doch irgendwann konnte ich der Schätze Last am Ende kaum noch tragen.

Ein Angstgefühl beschlich mein Herz – mir ward bewusst – durchs Meer bin ich gegangen. Ganz schnell muss ich zurück zum Strand – sonst bin ich hier gefangen.
Den Schatz nach Haus zu bringen, war mein Ziel.

Von Fern sah ich des Tages Licht. Trotz meiner Last lief ich schnell los – doch ! – wieder drang es an mein Ohr: „ Vergiss aber das Beste nicht !“ Ich hab die Taschen reichlich voll ! Was soll’s, nichts kann mich hier noch halten.

Mit Glück erreichte ich das Land, blickte mich um – doch – wo gerad das Schloss noch stand, sah ich des Meeres Urgewalt. Und meine Taschen waren leer- der Schatz verloren – den grad ich noch besessen.

Doch ein Zurück, das gab’s nicht mehr, weil ich die Stimme nicht begriff: Den Schlüssel zu dem Schloss im Meer, den hatte ich vergessen. Ich öffnete die Augen – Stille um mich her – erleichtert schaute ich mich um.

Ich stand an meinem Lieblingsplatz am moosbewachsenen Fels am See.
Ein kleines Kind trat zu mir ran – in seiner Hand ein Stein. „ He, du – den schenk ich dir, du brauchst nicht traurig zu sein :“

Jetzt hatte ich verstanden – meinen Traum – da ich am Meer gewesen.
Den Schlüssel zu der Menschen Herz – und sei es auch nur ein kleiner Stein, den du verschenkst, den darfst du nie vergessen !

Bildquelle: Hartig HKD (gefunden auf www.flickr.com)

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